Fragen und Antworten zum Vorhaben "Holzkompetenz Lenggenwil"

Projekt Holzkompetenz Lenggenwil

Worauf basiert und wie ist der Planungsstand des vorliegenden Baukonzepts?
Es beinhaltet den optimalen Betriebsablauf und den dafür notwendigen Platzbedarf und bildet die Grundlage für den Überbauungsplan. Diese Planung ist aber noch nicht ein Bauprojekt. Der Planungsstand ist als Vorstudie zu verstehen, bei dem sich sicherlich noch Anpassungen ergeben werden.

Was unternimmt die Gebr. Eisenring AG für die Beibehaltung der Wohnqualität in den benachbarten Einfamilienhäusern?
Im aktuellen Projekt ist wegen des grossen Hanggefälles und der von uns gewünschten Pufferzone eine grosszügige Grünfläche gegen Süden zu den Einfamilienhäusern hin eingeplant. Mit dem angestrebten Überbauungsplan fallen Transporte und somit Emissionen zwischen Einzelgebäuden infolge Betriebstransporte weg, was ohne Überbauungsplan nicht der Fall wäre. Ebenfalls sieht der Überbauungsplan vor, dass Anlieferungen und Abholungen im Nordwesten des Hauptgebäudes erfolgen, also von den Einfamilienhäusern abgewandt.



Verkehr

Wie gross wird die Verkehrsbelastung durch die Firma Gebr. Eisenring AG nach der Ansiedlung sein?
Auf unseren Erfahrungen in Gossau beruhend haben wir seriös errechnet und mehrfach kommuniziert, dass es dort täglich (Stand Februar 2014) zwischen 20-35 Auslieferungs- /Abholfahrten von LKW oder Lieferwagen pro Werktag sind. Dazu kommen die Zu- und Wegfahrten der hier Arbeitenden und von Dritten. Die Zukunft aus Verkehrssicht kann je nach wirtschaftlicher Entwicklung unterschiedlich erfolgen, weshalb eine seriöse Einschätzung nicht möglich ist. Jede andere als die durch uns geplante Arealnutzung würde genauso viel oder gar markant mehr Verkehr generieren. Man denke zum Beispiel an einen Baufachmarkt oder eine andere Nutzung mit hoher Besucherfrequenz.

Ist die zusätzliche durch die Gebr. Eisenring AG verursachte Verkehrsbelastung - vor allem auf der Dorfstrasse - zu gross für das Dorf Lenggenwil?
Im Auftrag der Gemeinde hat die Firma Strittmatter Partner AG ein Gutachten "Beurteilung Mehrverkehr Gebr. Eisenring AG" durchgeführt. Dabei wurden u.a. Messungen auf der Buchenstrasse und Berechnungen durchgeführt. Das Hauptfazit lautet, dass hier auch bezüglich Lärmschutz nicht mit Problemen zu rechnen sein wird. Zur durch uns verursachten Verkehrsentwicklung auf der Dorfstrasse wird ausgesagt, dass sie zu keiner wahrnehmbaren Zunahme der Lärmimmissionen führe.

Die Buchenstrasse als vorgegebene Zufahrt zum Areal der Gebr. Eisenring AG ist heute nicht optimal - auch nicht für die schon bestehenden Anstösser. Wird es hier eine Verbesserung geben?
Um eine Verbesserung der Erschliessung für alle Anstösser schaffen zu können wurde unter der Leitung der Gemeinde ein Workshopverfahren durchgeführt und Lösungsansätze erarbeitet. In einem weiteren Schritt wurde im Auftrag der Gemeinde ein konkretes Vorprojekt ausgearbeitet und mit allen Anstössern besprochen. Mit allen Grundeigentümer entlang der Buchenstrasse sowie der Gemeinde und Fachspezialisten haben wir eine gute Lösung gefunden, welche nun im Teilstrassenplan Buchenstrasse umgesetzt werden soll. Während die Gemeinde die ohnehin zu tätigenden Unterhaltskosten übernimmt, bezahlen Anstösser die Ausbauten. Von diesen Kosten wird der Löwenanteil durch die Gebr. Eisenring AG bezahlt, weil wir am meisten der über die Buchenstrasse zu erschliessenden Flächen besitzen.

Wie kann die Verkehrssicherheit, vor allem für die Kinder auf dem Schulweg, gewährleistet werden?
Die Buchenstrasse als direkte Erschliessung ab der Dorfstrasse zu unserem Areal ist kein Schulweg. Es liegt nicht in der Verantwortung der Gebr. Eisenring AG, für andere Strassen in der Gemeinde Niederhelfenschwil eine Verbesserung der Verkehrssituation zu erreichen. Wir verweisen bei dieser Frage an die Gemeinde und deren Sicherheitsprojekt respektive an den Kanton.

Wie wird sich eine spätere Weiterentwicklung der Gebr. Eisenring AG auf das zu erwartende Verkehrsvolumen auswirken?
Es wäre schlicht unseriös, irgendwelche zusätzliche Zahlen zu den später zu erwartenden Fahrten zu nennen. Schon rein aus Gründen der Wirtschaftlichkeit planen wir einen Betrieb, welcher auch in Sachen wie "Fahrten auf und vom Gelände" lediglich das Notwendige generieren wird. Dies ist bei jeder gesunden Unternehmung so, auch bei den schon heutigen Anstössern der Buchenstrasse, welche sich selbstverständlich ebenso wie wir weiter entwickeln werden. Massgeblich für die Verkehrsabwicklung sind heute wie morgen für alle privaten und gewerblichen Verkehrsteilnehmer letztlich die gesetzlichen Bestimmungen.


Bauvolumen

Was ist der Zweck eines Überbauungsplanes?
Mit dem Überbauungsplan werden die rechtlichen Grundlagen geschaffen, die dem Eigentümer eine zeitgemässe und zweckmässige Nutzung des Areals ermöglichen. Der Überbauungsplan bezweckt die Neuansiedlung des Holzverarbeitungs- und Holzhandelsbetriebes in einer hohen ortsbaulichen und architektonischen Qualität unter Berücksichtigung verkehrstechnischer, ökologischer und ökonomischer Gegebenheiten.


Wie hoch werden die Gebäude?
Nach aktuellem Baureglement dürfen Gebäude eine maximale Firsthöhe von 15 Meter aufweisen. Wie im Überbauungsplan ersichtlich gehen wir von verschiedenen maximalen Gebäudehöhen aus. So darf im Produktions- und Bürogebäude die maximale Gebäudehöhe von 15 Meter und im Lagergebäude 18 Meter nicht überschritten werden. Direkt neben dem Gebäude für die Holztrocknung mit einer maximalen Gebäudehöhe von 8 Meter und dem Brübach kann ein Silo mit einer maximalen Höhe von 25 Meter gebaut werden. Auch das höchste Gebäude, der Silo, wird den ohnehin weit entfernten und niveaumässig höher gelegenen Kirchenturm mit Sicherheit nicht konkurrenzieren.
Im Vergleich zur Lage der angrenzenden Wohnhäuser relativieren sich die Gebäudehöhen der neuen Gewerbebauten ab Terrain dadurch, dass sie in eine Gebäudesenke zu stehen kommen.

Wie sehen die Gebäulichkeiten aus?
Im Gegenzug zu den gewährten Abweichungen von der Regelbauweise verlangt der Überbauungsplan (u.a.) eine bessere architektonische Qualität. Weiter soll das Gebäude den Gebäudezweck und die Firmenphilosophie als Visitenkarte der Gebrüder Eisenring AG nach aussen tragen.
Der Hauptbau soll als ruhiger und zurückhaltender Baukörper mit einem flach oder leicht geneigten Dach in Erscheinung treten. Die Fassadenverkleidung soll überwiegend aus Holz gestaltet werden. Das architektonische Gestaltungsprinzip ist im Überbauungsplan respektive in der beigelegten Vorstudie ersichtlich.

Können die Gebäulichkeiten in die bestehende Umgebung integriert werden?
Ja, aus den folgenden Gründen wird sich das Hauptgebäude gut in die bestehende Umgebung integrieren:

  • Dank der topographischen Senke (Senke eingebettet zwischen Bach und best. Siedlung) kann das Gebäude optimal situiert werden.
  • Mit ruhiger und ortsverbundener Architektursprache kann der Bogen zur regional typischen Baukultur geschlagen werden.
  • Die Umgebungsgestaltung mit einheimischer Bepflanzung unterstützt die ortsbauliche Integration zusätzlich.

 

Wie steht es im Bezug auf die neuen Gewerbebauten der Gebrüder Eisenring AG mit dem Ortsbildschutz?
Das Gewerbegebiet Geren kennt keine besonderen Vorschriften bezüglich dem Ortsbild von Lenggenwil. Dank dem Instrument des Überbauungsplanes kann die Gemeinde jedoch Einfluss auf das Material- und Farbkonzept sowie auf die Umgebungsgestaltung und somit auf die Überbauungsqualität nehmen.

Von den neuen Gebäuden und Anlagen werden Emissionen ausgehen. Was sind die Vorkehrungen um sie möglichst tief zu halten?
Die Sonderbauvorschriften des Überbauungsplans ermöglichen kompakte Gebäude, welche den Grossteil der zu erwartenden Emissionen "einschliessen" oder von den Wohnbauten fernhalten und damit die Auswirkungen auf die Umgebung gering halten. Weiter wird die Zu- und Auslieferung nordwestlich des Hauptbaus, möglichst weit weg der Wohnhäuser, platziert.

Die Gebr. Eisenring AG wird auf ihrem Areal viel Holz haben. Wirft dies bezüglich Feuerschutz Fragen auf?
Der Brandschutz, ganz besonders die Vorkehrungen gegen Brandausbruch und Brandausbreitung, haben eine hohe Priorität. Die gewählte Bauweise ermöglicht einen hohen Schutzfaktor. Die neuen Gewerbebauten werden auch diesbezüglich sehr zeitgemäss ausgerüstet sein.

Welchen Handlungsspielraum hat die Gemeinde generell?
Dank dem Werkzeug Überbauungsplan hat die Gemeinde einen grossen Einfluss auf das Projekt. Die Gemeinde konnte den Inhalt des Überbauungsplanes massgeblich mitbestimmen und so zusätzliche Anforderungen an die Bauherrschaft stellen, welche bei einem Bauprojekt unter Regelbauvorschrift nicht möglich gewesen wären. Somit ist garantiert, dass die Grundsätze der Rechtsmässigkeit, der Zweckmässigkeit und Verhältnismässigkeit nicht verletzt werden.
Weiter hat die Gemeinde auch bei einem Baubewilligungsverfahren einen grossen Handlungsspielraum. So kann die Gemeinde u.a. beim Farb- und Materialkonzept mitreden resp. mitentscheiden.


Verhältnis der Gebr. Eisenring AG zur Gemeinde Niederhelfenschwil

Entstehen Kosten für die Allgemeinheit?
In Zusammenhang mit der Überbauung Holzkompetenz Lenggenwil entstehen keine Kosten für den Bürger respektive die Gemeinde. Kosten für den Gemeinderat, die Bewilligung, etc. werden mit den Bewilligungsgebühren abgegolten.
Die Erschliessung von rechtskräftig eingezontem Baugebiet ist Sache der Standortgemeinde. Beim Projekt Buchenstrasse wird die Gemeinde den Sanierungsanteil und die jeweiligen Grundeigentümer den Ausbau begleichen. Wobei anzumerken ist, dass die Gebr. Eisenring AG den Löwenanteil der anstehenden Ausbaukosten zu bezahlen hat.

Wird der Firmensitz in Lenggenwil sein?
Wenn das Projekt Holzkompetenz Lenggenwil im anvisierten Rahmen realisiert worden ist, wird der Firmensitz nach Lenggenwil verschoben. Der Zeitpunkt und die künftige rechtliche Firmenstruktur sind aber noch völlig offen.

Mit welchen Vorteilen kann die Gemeinde durch die Ansiedlung der Gebr. Eisenring AG rechnen?
Die Bauherrschaft wird sicherlich Arbeitsplätze nach Lenggenwil bringen. Wo diese Beschäftigte Geld ausgeben ist offen, aber es ist durchaus denkbar, dass Nachbarbetriebe davon profitieren können. Ein Beispiel hierfür ist das Mittagessen in einem Restaurant.
Während der Bauphase aber auch in der Betriebsphase sind immer wieder Dienstleistungen von Drittfirmen gefordert. Es ist durchaus denkbar, dass das einheimische Gewerbe hier profitieren kann.
Weiter wird der Betrieb einer der grössten Strombezüger der Gemeinde sein, was wiederum Einnahmen generiert.
Die Gemeinde hat in den letzten Jahren bereits von Gebühren in Zusammenhang mit dem Grundstückkauf, wie Handänderungssteuern und Kapitalgewinnsteuern profitiert.


Weiteres Vorgehen

Wie sieht das weitere Vorgehen aus?
Der Gemeinderat hat am 12. August 2016 alle gegen den Überbauungsplan Geren und den Teilstrassenplan Buchenstrasse eingereichten Einsprachen abgelehnt.

Gegen diese Entscheide ist Rekurs erhoben worden. Das Verfahren läuft zurzeit. Nach Inkraftsetzung des Überbauungsplanes kann das Bauprojekt eingegeben werden, welches wiederum verschiedene Rechtsmittel kennt. Im Rahmen der Bauauschreibung, die aufgrund eines bis dann detailliert ausgearbeiteten und verbindlichen Projektes zu erfolgen hat, werden die Gebäudegrössen und Umfänge dann auch visiert.

Zurzeit werden diejenigen Planungen vorangetrieben, welche noch keine endgültigen Entscheide voraussetzen.



Gossau, 5. Oktober 2016

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